Von offizieller Seite ist es im Mai etwas ruhiger mit neuen Zahlen zum Markt geworden. Einzig seitens Statistik Austria wurden nun die Preise für 2025 veröffentlicht. Etliche andere (Nach-)betrachtungen zum Marktgeschehen gab es dann doch auch noch: - Der offizielle Immobilienpreis der Statistik Austria lautet: 4.162 Euro (+4,4%). So viel kostete der durchschnittliche Quadratmeter „Wohnfläche“ für Eigentumswohnungen in Österreich im Jahr 2025 im Median, leider weiterhin ohne Differenzierung in Nebau- und Sekundärmarkt. Für uns Datenfüchse ein interessantes Detail am Rande: Offenbar aufgrund von Nachverbücherungen haben sich auch die Preise für die Jahre davor leicht geändert: so etwa für 2024 von exakt 4.000 Euro auf nunmehr 3.986 Euro.
Nun aber zur Einordnung im immofakten-Check: Wie berichtet waren es laut Remax im Bestand 3.612 Euro und im Neubau 5.375 Euro, laut WKO/Exploreal im Neubau 6.240 Euro, laut Immomarktanalyse von ZT Datenforum 3.674 im Bestand und 6.349 im Neubau und last but last laut WKO Immobilienpreisspiegel 2.279 Euro im Bestand und sensationelle 3.603 im Neubau. Weird. >> zur Presseaussendung „Durchschnittliche Immobilienpreise 2025 erneut gestiegen“ Damit sind auch die Preise nach Bezirken, Bauperioden und Größenklassen für Wohnungen und Häuser sowie die Quadratmeterpreise für Baugrundstücke nach Gemeinden für 2025 nun online abrufbar unter >> Immobilien-Durchschnittspreise der Statistik Austria - Der Baupreisindex der Statistik Austria ist im 1. Quartal gegenüber der Vorjahresperiode um +2,2% unterhalb der Inflation gestiegen.
>> zur Pressemitteilung „Baupreise im 1. Quartal 2026 gestiegen“ - Der von der ÖNB publizierte Wohnimmobilienpreisindex der DSS liegt für das Q1 2026 mit +2,4% auch unter der Inflation (der VPI liegt bei +3,4% im April), am stärksten gestiegen sind mit +3,3% neue Eigentumswohnungen in Wien. Der Immobilienmarkt hätte einen Gang höher geschaltet, meint Raiffeisen-Analyst Matthias Reith dazu, siehe weiter unten.
>> zum Index - Die Wirtschaftskammer Wien hat gemeinsam mit Exploreal ein Update zum Neubaubericht für Wien präsentiert: Für die Fertigstellungsjahre 2024-2026 liegt der Anteil der gewerblichen Bauträger im Vergleich zu den Gemeinnützigen bei 67% ein deutliches Minus von -7% gegenüber dem Vorjahr. Für heuer wird mit einer Fertigstellung von 9.400 Einheiten gerechnet. Im Gegensatz zum Neubaubericht für ganz Österreich, der Ende April präsentiert wurde und wo wir trotz mehrmaliger Nachfrage noch immer auf eine Veröffentlichung warten, ist die Präsentation für Wien sogar als Powerpoint herunterzuladen unter
>> Pressekonferenz „Wiener Wohnbauprojekte in der Pipeline“ - Nach dem Quartalsupdate zum Wiener Wohnungsmarkt hat EHL gleich nochmal nachgelegt und den Vorsorgewohnungsmarktbericht Frühjahr 2026 präsentiert. Deftig kritisiert wurde, dass demnach in Wien 2025 nur um 195 Vorsorgewohnungen mehr verkauft wurden als im Vorjahr, somit 647 Einheiten was einem Plus von +40% entsprechen würde. Die Zahlen wurden in Kooperation mit Immounited erarbeitet, heißt es im Disclaimer. Das kommt uns auch extrem wenig vor.
Der immofakten-Check zeigt: Bei gesamt 11.899 Wohnungstransaktionen wäre das ein Anlegeranteil von nur 5,4%. Immer noch sehr wenig, selbst wenn es sich nur um diejenigen Käufer handelt, die zur Umsatzsteuer optiert haben. Die praktisch gleiche Zahl, 651 Wohnungen wären laut Immounited auch 2024 verbüchert worden, das wäre dann gar kein Plus, ganz anders als behauptet. Im Verbücherungsjahr 2022 wäre der Anlegeranteil übrigens noch bei über 11% gelegen. Von den 3.505 Transaktionen, die 2025 als Bauträger-Wohnungen markiert wurden, sind 507 mit Umsatzsteuer verkauft worden, das ist dann schon ein Anteil von immerhin 14,5%. In Exploreal liegt der Anlegeranteil für Bauträgerwohnungen mit Fertigstellung ab 2024 jedoch nocheinmal höher bei 19,7%. Neben vielen hübschen Seiten gibt es noch weitere spannende Zahlen: Die Verkaufspreise hätten sich von 6.303 €/m² im Jahr 2024 auf 7.000 €/m² entwickelt, „was ein Plus von rund 6% ergibt“, bzw mathematisch korrekt unrealistische 11,1%. Die Nettomieten stiegen von 14,87 €/m² auf gut 16,20 €/m², nicht ganz so falsch „eine Steigerung von etwa 8,6%“. Anfangsrenditen von über 3% sind erzielbar, fragt sich nur wo. Weitere Durchschnittszahlen zu Niederösterreich, Burgenland, Graz, Linz und Klagenfurt finden sich ebenfalls im >> Vorsorgewohnungsmarktbericht Frühjahr 2026 - Ganz auf Salzburg konzentriert sich der umfassende Bericht „Analyse & Immobilienindex SIX“ des Maklerunternehmens Hölzl&Hubner und zieht damit mit dem Bericht von Team Rauscher vom März nach. Der Anstieg an Kaufverträgen beträgt demnach am Bezirksgericht Salzburg satte plus 44,5% im Jahr 2025 (Team Rauscher hatte bei den Wohnimmobilien +25% gesehen). Zusammen mit dem Transaktionsvolumen (+21,1 Prozent), den Baulandpreisen (+0,4 Prozent), den Preisen für gebrauchte Wohnungen (-1,2 Prozent) sowie für Neubauwohnungen (-3,6 Prozent; vgl Team Rauscher +5,6% für alle Wohnimmobilien) wird seit drei Jahrzehnten der sogenannte Salzburger Immobilienindex SIX gebildet. Dieser wäre demnach um +12,2% gestiegen.
Die gesamte Analyse mit Durchschnittspreisen und Höchstpreisen nach Katastralgemeinden für Neubau- und Bestandswohnungen sowie Büro, Retail und Gewerbe kann nur >> (kostenlos) hier bestellt werden. - Das Vienna Research Forum hat die Zahlen zum Büromarkt Wien zum 1. Quartal publiziert: Die Vermietungsleistung liegt mit rund 49.000 m² über dem von uns recherchierten langjährigen Schnitt von 41.000 m², der bisherige Schnitt im Q1 lag mit 33.000 m² nochmals darunter. Kein schlechtes Quartal also. Die Leerstandsquote betrug 4,37%, ein Minus von -0,23% im Vergleich zum Vorquartal aber ein Plus von 0,59% im Vorjahresvergleich.
>> zur Pressemitteilung „Büromarkt Wien: Vermietungsleistung pendelt sich auf niedrigem Niveau ein“ - Beim Business Breakfast Real Estate hat die Anwaltskanzlei CMS neben Rechts- und Investthemen auch mit Unterstützung von Engel&Völkers die Sicht zum Immobilienmarkt Wien in Rendite-Zahlen nach Assetklassen gebracht: Fachmarktzentren 5,75-6,5%, Büro 4,5-6,5%, Logistik sowie Hotel 5-6,5%, Wohnen 4-4,5%. Auf Basis der Baubewilligungszahlen wird gar vom „Erstarren des Wohnungsmarkts“ berichtet. Im Vortrag wurde aufgrund des aktuellen Überangebots in diesem Teilsegment Dachgeschoßwohnungen eine Absorptionszeit von 40 Jahren umgehängt.
>> zur Präsentationsunterlage - CBRE hat nach der Fülle an Marktberichten im April nun noch einen Retailmarktbericht Österreich 2026 nachgelegt: Die Kaufkraft ist im Jahr 2026 nominal um rund +2,0 % unterhalb der Inflation gestiegen, die Sparquote wird auf 9,6 % prognostiziert und liegt damit unter dem Niveau der beiden Vorjahre. Hinsichtlich der Verkaufsflächen von Einkaufs- und Fachmarktzentren wird auf Zahlen von Standort+Markt verwiesen, wonach sich diese in den letzten 25 Jahren mehr als verdoppelt haben. Der Umsatz im Einzelhandel stieg 2025 inflationsbereinigt leicht um +0,8 % an. Die aktuelle Spitzenmiete in Wien liegt bei rund 380 €/m², auf der Mariahilfer Straße liegt der Mietpreis bei 75-140 €/m², auch zu den Highstreets von Linz (40-70), Graz (40-80) und Salzburg (50-110) werden Bandbreiten angeführt. Die Spitzenrenditen lägen für Fachmarktzentren bei rund 5,7 %, für Einkaufszentren bei etwa 5,9 % und von Geschäftsstraßen stabil bei 4,7 %.
>> zum CBRE Retailmarktbericht 2026 - Die unabhängige Immobilienredaktion rund um Walter Senk hat bei und mit TPA sowie Remax, s Real und EHL die Marktsituation für Wohnen diskutiert, wir waren live dabei. Laut Aussage von Remax waren 2022 noch 50.000 Wohnungen zur Miete im Angebot, jetzt sind es 30.000. Ein kurzer immofakten-Check auf willhaben zeigt aktuell 20.000 Wohnungen online.
Die gesamte spannende Diskussion zum Nachsehen im >> Immolive „Marktreport Wohnimmobilien“ vom 19. Mai - S Real kommt in seiner aktuellen Presseaussendung zum Neubaumarkt hingegen ganz ohne Zahlen aus.
>> Neubaumarkt: Gut geplante Erstbezugswohnungen punkten langfristig gegenüber Bestandsobjekten - Otto Immobilien hat sich in seinem jüngsten Marktbericht dem Wiener Logistikmarkt gewidmet. Demnach war der Neuumsatz von Flächen 2025 mit -11% auf 104.000 m² rückläufig, das Fertigstellungsvolumen liegt 2026 mit 79.000 m² sehr niedrig und die erstmals erhobene Leerstandsquote liegt bei 4,0%.
>> zur Presseaussendung „Wiener Logistikmarkt: Flächenumsatz rückläufig, Fertigstellungen sinken“ >> zum Marktbericht Industrie- und Logistik Frühjahr 2026 - Rund einmal im Jahr widmet sich auch die Vergleichsplattform Durchblicker Immobilienthemen. Die Schuldendienstquote im „Immo-Leistbarkeitsindex“ (für eine 90 m²-Neubauwohnung in Wien für einen Doppelverdienerhaushalt) liegt bei 59%, 2023 waren es 64%, lange Jahre davor rund 40%. Das wäre auch die Ziel-Quote der Kreditvergaberegeln.
>> zur Presseaussendung „Immobilien immer noch schwer finanzierbar“ - Immoscout kommt mit der nächsten Umfrage daher: Nur 16 Prozent der Befragten geben an, auch angesichts der Wohnkosten nicht Sparen zu müssen, bei Eigentümern sind es 20%, bei Mietern 14%. Jüngere und mittlere Altersgruppen wären besonders vom Sparzwang betroffen. Eh klar.
>> zur Presseaussendung „Hohe Wohnkosten zwingen zum Sparen“ Spannender da schon die Auswertungen zur Miete in Landeshauptstädten: Die Angebotspreise von Mietwohnungen auf der Plattform zeigen ein Plus von +10% in Wien auf 22,45 Euro/m² Bruttomiete inkl BK als Median. Innsbruck bleibt trotz Rückgang von -6% mit 24,23 Euro am teuersten, Graz liegt bei 15,15 Euro (+11%). >> zur Presseaussendung „Mieten Landeshauptstädte: Graz und Klagenfurt holen auf“ - Raiffeisen Research fasst die Entwicklung am Wohnimmobilienmarkt in seinem „Blickpunkt Immobilien“ anhand der Daten des ÖNB-Wohnimmobilienpreisindex in prägnanten Grafiken zusammen. Um Zahlen der Statistik Austria zum Medianeinkommen ergänzt, werden Betrachtungen zur Entwicklung der Leistbarkeit angestellt. Demnach liegt die Kreditrate beim Kauf eines nicht näher definierten durchschnittlichen Einfamilienhauses nun bei rund 38% des Haushaltseinkommens, nach einem Peak von über 45% im Jahr 2022 sowie Werten unter 30% bis ins Jahr 2000. Statistisch noch spannender wird es in der Grafik zur Beurteilung nach Bezirken, ob hier „zu wenig“ oder „zu viel“ Wohnraum geschaffen wurde. Einzelne Wiener Bezirke führen hier wenig überraschend das Feld an, in Wiener Neustadt, Krems, Graz, Leoben und Eisenstadt gäbe es deutlich „zu viel“ Wohnraum. Fast schon Cäsar-verdächtig.
>> zum „Blickpunkt Immobilien: Beschleunigter Preisanstieg zu Jahresbeginn“ - Und es ist ja eh toll, aber das Fake-KI-Label nervt einfach nur: Propcorn hat nun auch die unbebauten Grundstücke in Wien analysiert. Demnach beträgt die Baulandreserve 1.290.000 m². Platz für 25.800 neue Wohneinheiten laut Propcorn, also spannende 50m² Grundfläche pro Wohneinheit. Whatever.
>> zur PR „Mythos Platzmangel: KI-Analyse deckt 1,29 Mio. m2 Baulücken in Wien auf“ - Noch ein Blick nach Deutschland: Das Statistische Bundesamt Destatis vermeldet für 2025 die Fertigstellung von nur 206.600 Wohnungen, ein Minus von -18% gegenüber dem Vorjahr und so wenig wie seit 2012 nicht mehr. Zum Vergleich: Das entspricht einer Fertigstellungsquote von 2,47 Wohnungen pro 1.000 Einwohner, in Österreich lag sie laut WKO 2025 mit 2,67 nur unwesentlich höher.
>> zur Pressemitteilung von Destatis
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