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Newsletter 01/2026

Neues von immoanalysen.at

Auch wir haben einen Jahresrückblick gemacht und einen Ausblick auf 2026 gewagt. Auch wir meinen, die Preise werden heuer moderat im Bereich der Inflation steigen. Unsere Zahlen zur Anzahl der Wohnungen im Angebot wurden unter anderem vom ÖVI in seiner Jahrespressekonferenz übernommen 

>> derStandard hat berichtet

>> hier zu unserem Jahresrückblick 

Mit 1.1.2026 ist nun tatsächlich das Mieten-Wertsicherungsgesetz MieWeG in Kraft getreten. Wir haben in einem immolex-Beitrag die wirtschaftlichen Auswirkungen beleuchtet und die komplexe Parallelrechnung erklärt.

>> hier zum immolex-Artikel


Grosse_Glaskugel
immoanalyse des monats
"2026 werden die Preise moderat steigen. Das MieWeG trägt in kontraproduktiver Weise dazu bei, dass die Mieten bei Neuvermietung weiter deutlich steigen werden."

aktuelle Marktdaten – mehr Zahlen von Anderen

Im Dezember wurden wir noch reich mit vielen Zahlen zum Immobilienmarkt beschenkt, es war die Zeit der Jahresrück- und ausblicke. Den Anfang macht jedoch die Österreichische Nationalbank unter Anderem mit ihrem „Immobilien-Dashboard“, das mitten in der Adventzeit online gegangen ist: 

  • Die ÖNB hat also ihr neues Immobilien-Dashboard online. Und zeitgleich eine Ausschreibung für die Erstellung eines Bodenpreisindizes gestartet (Grundkostenanteile im gewerblichen Wohnbau einerseits, Einfamilienhäuser andererseits). Auf der Angebotsseite werden im „Dashboard“ die relevanten Daten der Statistik Austria für Österreich und nach Bundesländern sowie bzgl Förderungen die Daten des BMF zusammengetragen und grafisch durchaus prägnant aufbereitet. An eigenen Daten der ÖNB wird lediglich die „Zinsentwicklung für Unternehmen aus dem Bau- und Immobiliensektor“ publiziert. Dieser Zinssatz hält demgemäß im Q3/2025 bei 3,52%. 
    Auf der Nachfrageseite sind neben der Haushaltsentwicklung der Statistik Austria mehr Eigendaten publiziert, wobei am spannendsten die Grafik zur Entwicklung des Neukreditvolumens erscheint. Der letzte verfügbare Datensatz vom Oktober 2025 zeigt mit 1,6 Mrd Kreditvolumen einen deutlichen Aufwärtstrend (vgl. Oktober 2024: 1,18 Mrd). Hier wäre eine regionale Differenzierung wünschenswert gewesen; diese findet sich nur ansatzweise unter dem Navigationsreiter „Makroprudenzielle Analyse“.
    Zum Wohnimmobilienmarkt werden wiederum bekannte Daten der Statistik Austria zusammengetragen sowie der bis 1986 zurückreichende und seit 2017 methodisch unveränderte eigene „Wohnimmmobilienpreisindex“, erstellt von DSS. Zahlen zur Leistbarkeit sowie der seit 2013 bekannte eigenentwickelte „Fundamentalpreisindikator“ lassen den User mit einigem Rätselraten zur Aussagekraft zurück. Oder was genau will uns eine „Differenz der Wachstumsraten von Wohnimmobilienpreisen und Einkommen“ im Q2/2025 von 37,49 Punkten sagen?
    Spannend wird es aufgrund der neuen Publikation von Eigendaten der ÖNB im Bereich der sogenannten Makroprudenziellen Analysen: Hier finden sich neben bereits bekannten Zahlen detailliertere Daten zu Kreditvergaben und Zinsen, etwa die Beleihungsquote, Laufzeiten oder Schuldendienstquote. Dieses Verhältnis der Zins- und Tilgungsleistungen zum Einkommen hat sich demnach etwa deutlich verbessert: Im ersten Halbjahr 2025 lag die Quote in 93,5% der Fälle unter 40% (vgl. 75,2% im 1. Halbjahr 2020). Vermutlich auch eine Folge der KIM-Verordnung, ganz im Sinne der ÖNB. Beruhigender Weise liegt auch die Non-Performing Loan-Quote weiter auf einem historischen Tiefstand, wenn auch seit 2022 mit leicht steigender Tendenz. In einem zweiten Navigationsreiter gibt es auch nicht unspannende Daten zum Monitoring, inwieweit Kreditvergaben der Banken von den Vorgaben des FMSG abweichen.
    Insgesamt nicht unpraktisch am Dashboard ist die Download-Möglichkeit sämtlicher Daten gesammelt als CSV-Dateien. Aktualisierungsrhythmus leider unbekannt. Etwas verwirrend bleibt wohl, dass auch die alten Datensammlungen weiter unverändert zusätzlich online sind. 
    Unser Fazit: Ein guter Ansatz zu mehr öffentlich gut zugänglichen Daten vor allem im ureigensten Bereich der ÖNB, der Finanzmarktaufsicht.
    >> zum Wohnimmobilien-Dashboard (neu)
    >> zum OeNB-Immobilienmarkt-Dashboard (alt)
    >> zum Wohnimmobilienpreisindex (alt)
  • Das bereits erwähnte FMSG hat am 12.12. auch seine Zahlen beschlossen und publiziert: Der Systemrisikopuffer für Gewerbeimmobilienfinanzierungen verdoppelt sich also mit 1.7.2026 von derzeit 1% auf 2% und soll 2027 noch weiter auf 3,5% ansteigen. Die Auswirkungen auf die Kreditvergabe werden von der ÖNB tatsächlich ernsthaft wortwörtlich „als gering eingeschätzt“. 
    >> zu den „Empfehlung für den Einsatz des sektoralen Systemrisikopuffers“
  • Gesondert gab die ÖNB Anfang Dezember bekannt, dass private Wohnkredite seit Juli erstmalig wieder am Steigen sind. Von Jänner bis September 2025 wurden Kredite im Volumen von 12,4 Milliarden Euro vergeben, während 2024 insgesamt 11,4 Milliarden Euro an neuen Krediten ausgereicht wurden.
    >> zur Pressekonferenz „Finanzsituation und Finanzverhalten der österreichischen Haushalte“
  • Dementsprechend fällt auch der Jahresrückblick von Michael Klien vom WIFO für die WKO Bundesinnung Bau aus: Der Wohnimmobilienmarkt erholt sich; die Neukreditvergabe an private Haushalte zeigte 2025 anhaltend hohe Wachstumsraten. Die WIFO-Prognose geht von einer Entwicklung der realen Bauinvestitionen von +0,2% im Jahr 2026 und +1,0% im Jahr 2027 aus.
    >> zur Österreichischen Bauzeitung, S.8f: „Stabilisierung der Bauwirtschaft, aber noch kein Aufschwung“
  • Der ÖVI hat in seinem Jahresrückblick zurecht die steigenden Transaktionszahlen und Kreditvergaben sowie Mieten in Ballungsräumen thematisiert. Demnach lagen 2024 die Mietsteigerungen zwischen 6,2 und 7,7 Prozent, ein Trend der sich 2025 fortsetzte, und gut mit unseren Zahlen übereinstimmt.
    >> zu den Unterlagen zur Jahrespressekonferenz des ÖVI
  • Im Gewinn referenziert Podcaster Paul Zödi in seiner Marktanalyse unter anderem auf die Transaktionszahlen von Immounited mit einer Steigerung von 2024 auf 2025 von satten +15%, ordnet das aber korrekter Weise in die langfristige Zeitreihe ein. Die aktuelle druckfrische Print-Ausgabe widmet dem Thema „Wohnungen als Geldanlage“ die Cover-Story, mit sehr anschaulich aufbereiteten Grafiken mit Zahlen von Immounited zur Entwicklung des Angebots auf Plattformen laut Imabis in Wien und Österreich seit 2020, sowie weniger aussagekräftige Miet- und Kaufpreisentwicklungen im Angebot. Demnach hält das Mietangebot in Wien aktuell bei 5.000 Wohnungen nach einem Höchststand von 12.000 im Jahr 2022. Ein Rekordwert von rund 20.000 Wohnungen wären zum Kauf online, etwa doppelt so viele wie 2022.
    >> hier zum Podcast „Wohnungsmarkt 2026 – jetzt kaufen und vermieten?“
  • Immounited hat auch tatsächlich die Verbücherungen für 2025 bereits Anfang Dezember veröffentlicht: rund +15% gegenüber dem Vorjahr.
    >> zur Presseaussendung
    In einer Wald- und Wiesen-Geschichte wurden Transaktionen von Waldflächen beleuchtet. Demnach wären etwa die Preise in Salzburg in den letzten 15 Jahren um 46 Prozent gestiegen. [privat..Inhalt nur für newsletter-Empfänger..]
    >> hier zur Presseaussendung
  • Gemeinsam mit willhaben wurden die Transaktionszahlen im Q2/2025 regional differenziert betrachtet: Demgemäß fanden die meisten Wohnimmobilien-Transaktionen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl in Rust, Wien 18 und Salzburg-Stadt statt.
    >> zur Presseaussendung von willhaben
  • [privat..Inhalt nur für newsletter-Empfänger..] bringt Immoscout ein Umfrageergebnis aus dem November 2025: Demnach feiern ¾ Weihnachten mit der Familie zu Hause.
    >> zur Immoscout-Aussendung
  • Raiffeisen Research prognostiziert in seinem Jahresausblick eine Preissteigerung am österreichischen Immobilienmarkt von +3% insbesondere aufgrund des verbesserten Leistbarkeitsverhältnisses. Der Neubau würde mit 31.000 fertiggestellten Wohneinheiten seinen Tiefpunkt erreichen (vgl. 2022: 57.000). Das scheint etwas tief gegriffen; aktuell können wir ähnlich wie 2025 allein im Geschoßwohnungsbau von rund 27.000 Einheiten ausgehen.
    >> zum „Raiffeisen Immobilien Jahresausblick Immomarkt 2026“ 

Neue Produkte und Funktionen

ZT Datenforum hat ganz knapp vor Weihnachten noch den bereits für Oktober angekündigten „Standortbefund“ released. Wir hatten noch keine Gelegenheit hineinzuschauen, aber es dürfte sich um ein ähnliches Tool handeln, wie es etwa Lageprofi (Immoservice Austria) oder abgespeckt auch Immounited anbieten. Nach dem Aus von checkmyplace war hier durchaus eine Lücke entstanden. Der neue Standortbefund von ZT Datenforum stellt auf 30 Seiten Standort- und Marktdaten in Word oder pdf zusammen, nach eigenen Angabe aus 28 verschiedenen Quellen: zur Makrolage vor allem von der Statistik Austria, zur Mikrolage die üblichen öffentlichen Informationen wie Kataster, Widmung, Lärm, Altlasten, HORA-Daten sowie Infrastruktureinrichtungen (Bildung, Gesundheit, Nahversorgung) mit einer Erreichbarkeit binnen 10 Minuten zu Fuß oder 5 Minuten mit dem Auto. Das Erstellen der Standortbefunde ist je nach Produktpaket monatlich limitiert. 
>> mehr Infos hier 

 

Das hat uns dann doch alle überrascht: Angesichts der drohenden Abweisung hat Immoscout den Antrag zum Zusammenschluss mit Immounited vor der Bundeswettbewerbsbehörde BWB zurückgezogen. Das Verfahren vor dem Kartellgericht ist damit beendet; für die offenbar weiterhin beabsichtigte Fusion heißt es zurück an den Start. Ausgang der neuen Verhandlungen ungewiss. Ist die Luft raus, geht der Übernahmepreis runter oder braucht es nur noch mehr Zeit um sinnvolle Maßnahmen zur Marktöffnung auszuarbeiten? Dem Vernehmen nach hat man [privat..Inhalt nur für newsletter-Empfänger..]. Die BWB weist erneut auf die Möglichkeit für sogenannte Pränotifikationsgespräche hin, bei denen vor der Anmeldung eines Zusammenschlusses Unterlagen übermittelt werden können, um den Prozess effizienter zu gestalten. Diese gab es im konkreten Fall nicht.

>> zur Mitteilung der BWB „Sprengnetter (Scout 24-Gruppe) zieht Übernahme zurück“

Der Immoflash hatte mit einem „Sonderflash“ am 12.12. als Erstes auf die bereits am 2.12. erfolgte Rücknahme vor der BWB reagiert.

>> hier die Mitteilung im Wortlaut laut Immoflash

 

Immoscout bietet nun eine Kartensuche an. Ein Feature, das mittlerweile bei rund ¾ der weltweiten Immobilienportale Standard ist (im Jahr 2021 waren es nur 55%). In Österreich bleibt freilich die weiterhin geringe Anzahl von exakt verorteten Inseraten ein Problem. Im immoanalysen-check sind in der Tesregion im Eigentumsbereich nur rund 10% der Inserate und im Mietbereich immerhin rund die Hälfte über die Scout-Karte zu finden. Willhaben hatte sein Karten-Feature 2016 gestartet und vor rund 3 Jahren wieder offline genommen, nachdem die Zugriffszahlen sehr gering blieben.

>> zur Presseaussendung von Immoscout

 

Für weltweites Aufsehen in der Community sorgte aber ein Interview: Immoscout kooperiert offenkundig mit OpenAI(!!) - in unseren Breiten bislang wenig bekannt,[privat..Inhalt nur für newsletter-Empfänger..].

>> zum Interview auf der Homepage von OpenAI

>> zur KI-Suche von Immoscout (Deutschland)

>> zur Presseaussendung von Immoscout (wir hatten in unserem November-Newsletter berichtet)

 

Generell bewegt das Thema KI weiter das Milliarden-Business der Immobilienplattformen weltweit. Für Aufregung hat zuletzt niemand geringerer als Google gesorgt: Testweise sind in den USA Immobilieninserate direkt in Google zugänglich. Die Sorge bei den Plattformbetreiber vor einem möglichen Markteintritt von diesem Giganten wächst, die Aktienkurse fallen.

>> News auf invezz.com