Während es nach einem berichtsstarken Juli auch seitens der Makler im August wirklich ruhig war, lieferten offizielle Stellen weiter Zahlen: - Die Statistik Austria hat den Baupreisindex für das 2. Quartal 2026 veröffentlicht. Demnach beträgt die Steigerung im Jahresvergleich satte 4,9% und liegt somit deutlich über der Inflationsrate. Die Sparte Wohnhaus- und Siedlungsbau stieg „nur“ um 3,6%.
>> zur Presseaussendung „Bauen verteuerte sich in Österreich im 2. Quartal 2026 weiter“ - Es ging an uns vorbei oder die Zahlen wurden tatsächlich erst im August publiziert: Jedenfalls sind die Baubewilligungen für das ersten Quartal 2026 seitens Statistik Austria da. Die „leichte Trendwende“, die daraufhin im August von so manchem Branchenmedium gesehen wurde, können wir nicht bestätigen. Die österreichweit 11.804 bewilligten Wohneinheiten entsprechen nicht wie fälschlicher Weise berichtet einem Plus von 7,7%, sondern viel mehr einem Minus von -7,7% im Jahresvergleich. Im Geschoßwohnungsbau beträgt das Minus gar -17%, in Wien sogar dramatisch anmutende -35% im Jahresvergleich. Auch ein Jahr rollierend ergibt sich ein Minus von -14% österreichweit im Geschoßwohnungsbau, in Wien immer noch knapp -16%. Negative Vorzeichen, nicht positive also.
>> Baubewilligungen im Download (zugegeben schwer lesbar) - Mit 1.8.2026 hat das Bundesministerium für Justiz die Gerichtsgebühren neu festgesetzt, so auch für Grundbuchangelegenheiten. Ein Grundbuchauszug kostet nun 4,89 Euro reine Gerichtsgebühren (Tarifpost 9.e Z 1), statt bisher seit 1.4.2025 4,63 Euro (zuvor 3,76 Euro). Wenn man so will eine Erhöhung um 30% innerhalb von 16 Monaten. Eine Urkunde kostet nun 1,52 Euro Gerichtsgebühren (bisher 1,44 Euro bzw. 1,17 Euro vor dem 1.4.2025).
>> siehe Tarifpost 9 in der aktuellen Fassung des Gerichtsgebührengesetzes im RIS - Die ÖNB hat ihr Gewerbeimmobilien-Dashboard weiter erweitert: Jetzt gibt es dank RegioData auch Zahlen zum Einzelhandel und zum Leerstand. Demnach ist die Zahl der Einzelhandelsstandorte in Österreich von 2010 bis 2025 von 43.400 auf 36.200 gesunken, ein drastischer Rückgang von minus 17%. Der Leerstand in Geschäftsstraßen wäre von 6,0% auf 8,4% gestiegen. Die Zahlen gibt es leider nur für ganz Österreich.
>> hier zum Gewerbeimmobilien-Dashboard (die Grafiken sind leider versteckt unter Nachfrage-Handel bzw. Gewerbeimmobilienmarkt) - Zuverlässig wie eh und je gibt es nun auch die Zahlen zum 2. Quartal zum Wohnimmobilienpreisindex der ÖNB: Demnach liegt die Preissteigerung im Vorjahresvergleich so hoch wie seit 2022 nicht mehr bei 3,6%. Besonders stechen Einfamilienhäuser in Wien mit einem Plus von 5,9% hervor, hier war allerdings nach 2022 der Preisrückgang auch am deutlichsten.
>> zum Wohnimmobilienpreisindex - Die WKO hat ihre Prognose an Fertigstellungen für 2026 aufgrund des Quartalsupdates von Exploreal doch deutlich um 5% nach oben korrigiert: Demnach werden nunmehr 30.900 fertiggestellte Wohneinheiten (Wien: 12.100) erwartet. Für 2027 werden nur noch 25.000 Wohnungen erwartet (Wien: 9.600). Umfassenderes Zahlenwerk gibt es leider neuerdings nicht quartalsweise aufbereitet.
>> zur Pressemitteilung „Österreichischer Neubaubericht: Wohnbaumarkt stabilisiert sich nicht“ - Die Wiener geben es da deutlich transparenter: Das Quartalsupdate der WK Wien beinhaltet auch die Österreich-Zahlen. Hier zeigt sich auch, dass die Zahlen für 2027 ohne Prognoseanteil sind, also nur die aktuell publizierten Zahlen. Es werden somit wohl letztlich auch 2027 mehr als 25.000 Wohneinheiten sein. Die Verwertung von Bauträgerwohnungen hat im 2.Quartal demnach deutlich geschwächelt: In Österreich lag sie mit 49% von 2021 auf dem tiefsten Stand seit Anfang 2024, in Wien gar nur bei 38%. Trotz aller methodischer Einschränkungen kein positives Marktsignal.
>> zum Quartalsupdate 02/2026 - Immounited liefert Zahlen zur Nutzung ihrer neuen Plattform. Demnach wären 60.000 Inserate online und 250.000 unique Users verzeichnet worden. Wie diese gemessen wurden, bleibt im Verborgenen, bekanntlich gibt es viele Möglichkeiten, die eigene Messung muss nicht unbedingt die repräsentativste sein. Wie viele Anfragen generiert wurden, bleibt freilich ohnehin fragwürdig. Ein aktueller immofakten-Check ergab 58.322 Inserate online, vergleiche bei Willhaben 110.803. Also über die Vollständigkeit des Angebots wird der Marktführer wohl nicht zu biegen sein. Hinsichtlich Traffic auf der Website haben wir beim nicht ganz unzuverlässigen similarweb.com nachgesehen: Immounited.com hatte in den letzten 3 Monaten im Schnitt 12.757 Unique Visitors pro Monat, Immoscout24.at immerhin 684.174. Während es bei Immounited im Mai, also vor dem Launch der Plattform, noch 6.969 Visitors waren, sind es im Juli nun immerhin 22.821. Immerhin. Dennoch nur gerade mal 3,3% so viele wie Immoscout.
>> zur Presseaussendung „IMMOunited mischt den österreichischen Portalmarkt auf“ - Diesbezüglich ist auf Immoscout Verlass: Wieder eine neue Presseaussendung mit einer Umfrage und eine Datenanalyse. Im ersten Halbjahr 2026 wurden demnach auf der Plattform um 10% mehr Wohnungen angeboten als im Vorjahr. Der Angebotspreis stieg um 5%. Die Umfrage beschäftigt sich diesmal mit dem Thema Renovierung. Demnach hätten 60% in den letzten 5 Jahren renoviert, Eigentümer sind mit rund 75% noch aktiver.
>> zur Presseinformation: „Immobilienpreise steigen um bis zu 5 Prozent“ >> zur Presseinformation: „Sechs von zehn haben zuletzt ihr Zuhause renoviert“ - Kollege Kovacs von KE Wohnimmobilien GmbH präsentiert wieder einfache Rendite-Rechenbeispiele. Demnach wäre Eisenstadt mit 3,8 Prozent Bruttorendite die führende Landeshauptstadt. Ohne irgendwelche Quellenangaben leider ohne großen Wert.
>> Blog-Beitrag „Eisenstadt wieder top für Anleger: Wo Immo-Investoren 2026 die besten Renditen erzielen“ - Der wenig bekannte Verband der Apartmentvermieter hat angesichts der sommerlichen Debatte Zahlen zur airbnb-Nutzung in Wien veröffentlicht: Demnach wären von den von der Stadt Wien kommunizierten 14.000 Inserate nur rund 4.000 häufig gebuchte ganze Einheiten.
>> die Zahlen im Immofokus-Beitrag „Airbnb-Wohnungen: Regulierung ohne Datenbasis?“ - Das neue hochgeschätzte Wohnhandbuch im Linde Verlag ist erschienen, traditioneller Weise mit dem Schwerpunkt auf den Gemeinnützigen, dieses Jahr unter dem Slogan "Wem gehören die gemeinnützigen Bauvereinigungen?".
Wir haben reingelesen und schätzen wie jedes Jahr die vielen Zahlen. Die von Wolfgang Amann und seinem IIBW prognostizierten 22.700 fertiggestellten Wohneinheiten im großvolumigen Geschosswohnungsbau schätzen wir jedoch als zu gering ein (vgl 30.900 von WKO/Exploreal). Auch dass der Zyklus der Wohnungsfertigstellungen mit einem Abstand von zwei bis drei Jahren jenem der Bewilligungen folgt, teilen wir nicht uneingeschränkt, wird damit doch die Komplexität des Zusammenhangs unterschätzt (zwischenzeitlich wurden zahlreiche baubewilligte Projekte weitergehandelt, jetzt stehen zahlreiche Projekte auch mit Baubewilligung still). Die "Wohnbauquote", also fertiggestellte Wohneinheiten pro 1000 Einwohner, läge in Österreich trotz historischem Tiefstand mit 3,4 dennoch noch über dem Europaschitt (3,0) und deutlich vor Deutschland (2,2), so die Bezugnahme auf Euroconstruct-Zahlen. Am stärksten sind im Wohnhandbuch wie immer die originär von der GBV selbst erfassten bzw aus den Förderstatistiken der Länder zusammengetragenen Zahlen, so etwa die Anzahl der geförderten Einheiten. Leider nur als Schätzung für 2025 vorliegend, aber dennoch, 20.300 Zusagen bedeuten einen Tiefststand, wenn auch freilich die Quote in Relation zu den Baubewilligungen mit 43% deutlich gestiegen ist. Die Wohnbauförderung fängt also bis zu einem gewissen Teil die drastischen Rückgänge im gewerblichen Wohnbau auf. Die Sanierungsrate lag im Jahr 2024 bei etwa 1,6 % und damit seit 2015 auf annähernd stabilem Niveau. Zur Erreichung der politischen Zielsetzungen wird jedoch eine Erhöhung der Sanierungsrate auf etwa 2,5 % gefordert.
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