Keine Spur von Sommerloch. Das erste Halbjahr und zweite Quartal 2026 ist vorbei, Zeit für Berichtupdates und dafür, bei den wenigen Zahlen ein wenig mehr als sonst in die Tiefe zu gehen. - Seitens der ÖNB wurde ein Gewerbeimmobilien-Preisindex (CPPI Commercial Property Price Index) interessanterweise bei der Statistik Austria beauftragt und nun veröffentlicht. Die Preisveränderungen ab 2021 sowie Transaktionszahlen werden nach 3 Regionen in Österreich sowie den Assetklassen Büro, Industrie- und Logistik, Handel sowie der interessant klingenden Klasse „gewerbliche Wohnimmobilien“ unterschieden. Die Einteilung der Assetklassen basiert auf der CPA-Klassifikation für Güterkategorien von Eurostat, wobei die betreffende Klasse 41.00.1 einfach nur für Wohngebäude steht. Es bleibt also unklar, was daran „gewerblich“ ist, vermutlich der Verkäufer?
Demnach gab es 2025 nur 8.640 Transaktionen im Gewerbebereich (+12% gegenüber 2024 aber -35% gegenüber 2021). 6.215 Transaktionen (72%) entfielen auf „gewerbliche Wohnimmobilien“, wir glauben, die Bauträger haben doch mehr verkauft (7.868 laut Exploreal). Allerdings: „Mithilfe von Datenqualitätsprüfungen (z.B. Ausschluss von Transaktionen mit fehlerhaften Angaben zu Nutzflächen und Preisen) stellt die Statistik Austria sicher, dass nur belastbare Transaktionen berücksichtigt werden.“ So viel zu den Transaktionszahlen, bei den Preisen sieht Statistik Austria/ÖNB den gewerblichen Wohnbau im zweiten Halbjahr 2025 bei 96% von 2021, im zweiten Halbjahr 2022 wäre der Hochpunkt mit 109% erreicht gewesen, der Preisrückgang erfolgte erst im ersten Halbjahr 2024, auf 99%. Parallel zu diesem neuen Index wurde von der ÖNB nach aufwändigem Bieterverfahren ein weiterer Gewerbepreisindex soeben mit interessantem Auftragnehmer beauftragt, so hört man. Für Anfang 2027 wird die Verlängerung der Zeitreihe rückwirkend bis 2015 angekündigt. Wir sind gespannt. >> zum Blogbeitrag „Neuer OeNB-Preisindex für mehr Transparenz am österreichischen Gewerbeimmobilienmarkt“ >> zum (schwer auffindbaren) Abruf der Daten über das Gewerbeimmobilien-Dashboard - Der neue Newsletter der Gemeinnützigenvereinigung ARGE Eigenheim bringt Zahlen einer Branchenanalyse von blue auditor zur Dekarbonisierung: Laut Auswertung von 4.872 Energieausweisen fallen 34% der 5.723 gemeinnützigen Wohngebäude immer noch in die Energieeffizienzklassen E bis G.
>> zum Pressetext „Dekarbonisierung im gemeinnützigen Wohnbau“ - EHL publiziert gleich 3 Marktupdates zum Halbjahr: Am Investmentmarkt war das Transaktionsvolumen mit 1,15 Mrd. Euro ähnlich wie 2025. Spitzenrenditen liegen bei 6% für Büros und 4% für Wohnimmobilien in Wien. Der mit 64 Seiten deutlich umfassendere Zinshausmarktbericht spricht von einem überraschenden Comeback des Zinshausmarktes und analysiert jeden Wiener Gemeindebezirk im Detail. 2025 stieg die Zahl an Transaktionen in Wien auf 266 Zinshäuser (vgl. 195 im Jahr 2024 sowie 340 im Spitzenjahr 2021). Auch für den Wiener Wohnungsmarkt gibt es ein Update in Zahlen: Die Nettomieten lägen in peripheren Lagen zwischen 13 und 16 Euro/m², in sehr guten Lagen über 20 Euro/m². Kaufpreise für Erstbezugswohnungen zwischen 5.900 und 8.100 Euro/m², Bestandswohnungen zwischen 3.700 und 6.200 Euro/m².
>> Immobilien-Investmentmarktupdate H1 2026 >> Zinshaus Marktbericht Wien 2026 >> Wiener Wohnungsmarkt Update H1 2026 - S Real legt im Halbjahresrückblick mit einem „Gesundheitscheck“ für Österreich nach. Einmal für ganz Österreich, sowie für die 3 Regionen (Ost, Mitte, West). Zahlen finden sich darin leider keine.
>> Medieninformation „Gesundheitscheck für Österreichs Immobilienmarkt – Halbjahresbilanz zeigt erste Erholung“ >> Fokus Wien, Niederösterreich, Burgenland >> Fokus Oberösterreich, Steiermark, Kärnten >> Fokus Salzburg, Tirol, Vorarlberg - Nach Vorarlberg kommt nun bei Engel&Völkers Tirol und Zell am See an die Reihe: Im aktuellen Marktbericht ist nur für Tirol die Transaktionsanzahl 2025 und der Durchschnittspreis samt Veränderung zum Vorjahr für Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser nach Bezirken auf Basis der Kaufvertragsdaten von ZT Datenforum im Wege von Immoservice Austria/terravistor abgebildet. Sechs Regionen werden im Bericht noch weiter nach Lagen (sehr gut/gut/mittel/einfach) unterteilt und eine (weite) Preisbandbreite dafür angeführt; das dafür auch für die Region Salzkammergut.
In Kitzbühel wäre die Anzahl an Transaktionen von Ein- und Zweifamilienhäusern 2025 um 23% gestiegen, in Seefeld um plus 16% und in Zell am See um plus 35%, so die zusammenfassende Bewerbung der Ankurbelung des Marktes und des eigenen Geschäfts. Wohlgemerkt auf wenige 128 Stück etwa in Kitzbühel. Für die Entwicklung des Mietniveaus in Innsbruck auf interessante 15,20 Euro/m² für eine 100 m² Wohnung wird interessanterweise wohnungsboerse.net als Quelle angeführt, eine nicht mehr aktive Domain der Immobilien Scout GmbH. Man weiß auch nicht, um welche Miete es sich dabei überhaupt handeln soll. Das Herunterladen des aktuellen Berichts hat diesmal im Gegensatz zu Vorarlberg anstandslos nach Eingabe der persönlichen Daten funktioniert >> hier ohne Umwege zum „Marktreport 2026 Tirol · Zell am See · Salzkammergut“ - Auch Remax bringt zum achten Mal Zahlen zum Luxusimmobilienmarkt auf Basis von Immounited-Kaufvertragsdaten, viele Zahlen. Vielleicht noch am aussagekräftigsten: 2025 wurden 573 Wohnungen über 1 Mio. Euro verkauft, um 28,5% mehr als im Vorjahr, 479 Einfamilienhäuser (+9,9%) und 141 Dachgeschoßwohnungen (+6,8%). Die Top 5 % aller Einfamilienhäuser österreichweit liegen über 907.000 Euro, die Top 2 %-Wohnungen über 873.000 Euro und die Top 10 % der Dachgeschoßwohnungen über 890.000 Euro.
>> Presseaussendung „Top-Luxusmarkt 2025 wieder im Aufschwung“ - Das Vienna Research Forum, Zusammenschluss mehrerer Gewerbemakler, meldet einen Einbruch der Vermietungsleistung am Wiener Büromarkt, mancherorts wird gar von einem massiven Absturz gesprochen. Die Vermietungsleistung lag im Q2 bei nur 16.140 m². Tatsächlich zeigt unser immofakten-check, dass es sich dabei um den drittniedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 2017 handelt. Allerdings ist bei der quartalsweisen Betrachtung auch die Streuung mit einer Standardabweichung von rund 17.500 m² sehr hoch. Wird das letzte Jahr rollierend betrachtet, gab es mit über 200.000 m² an Vermietungsleistung nur 2018/2019 eine so aktive Marktsituation wie jetzt. Aber ja: Wird das letzte Quartal zum Trendsetter, dann hat der Wiener Büromarkt wohl tatsächlich ein Problem. Beruhigend mag da die ebenfalls publizierte Leerstandsquote von 4,42% wirken, die sich nach einem leichten Anstieg Anfang 2025 nun konstant in diesem Bereich hält. Hier war sie auch schon in den Corona-Jahren, in den Jahren zuvor lag sie mit bis zu 5,7% deutlich höher.
>> zur Presseaussendung des Vienna Research Forum „Büromarkt Wien: Vermietungsleistung bricht ein“ - Colliers spricht in seinem Research-Bericht zum Wiener Büromarkt für das zweite Quartal 2026 etwas nüchterner von einer „verhaltenen Marktdynamik“ mit einer gegenüber den VRF-Zahlen etwas höheren Vermietungsleistung von rund 21.000 m² und einer praktischen gleichlautenden Leerstandsrate von 4,5%. Der ebenfalls außergewöhnlich aufschlussreiche Investment-Bericht spricht für das erste Halbjahr 2026 mit 1,2 Mrd. Euro Transaktionsvolumen (vgl 1,15 Mrd. Euro laut EHL) von einem schwächeren Halbjahr im Vorjahres- und langjährigen Vergleich. Auch zum Wiener Logistik-Markt sowie österreichischen und internationalen Rechenzentren gibt es aktuelle Zahlen.
>> Wien Research Büro Q2 2026 >> Österreich Research Investment Q2 2026 >> Wien Research Logistik H1 2026 >> Blogbeitrag „Wien gewinnt als zentrale CEE-Drehscheibe an Bedeutung“ >> mit pdf-Download des internationalen „EMEA Data Centre Markets Report“ - Otto Immobilien sieht in der Halbjahresbilanz für den Wiener Gewerbeimmobilienmarkt positive Zeichen. Die Neuvermietungsleistung von Büros im ersten Halbjahr 2026 mit 64.843 m² wird nach dem Rekordwert aus dem Vorjahr nun als Normalisierung gewertet. Hier werden die Zahlen des VRF direkt übernommen.
>> Presseaussendung „Qualität setzt sich durch: OTTO Immobilien zieht vorsichtig optimistische Halbjahresbilanz im Gewerbebereich“ >> Marktbericht Büro Markt-Update Q2 2026 - Auch CBRE bringt ein Update zum Q2, gleich sechsmal auf je 2 hübschen Seiten: Investment, Logistik, Wien Büromarkt, Österreich Retail (doppelt) und Wien Wohnungsmarkt. Keine neuen Erkenntnisse hier.
>> CBRE Marktberichte - Raiffeisen Immobilien sieht die größte Leistbarkeit im Burgenland. Für ein Einfamilienhaus wäre rund ¼ des monatlichen Haushaltseinkommens für Zinsen und Tilgung aufzubringen, in Vorarlberg 68 Prozent, in Salzburg 72%, eh klar.
>> Raiffeisen-News „Burgenland bleibt einer der leistbarsten Immobilienmärkte Österreichs“ - Immoscout legt im Juli wiederum eine Datenanalyse und eine Umfrage vor: Einmal wurden die 10% der Mietwohnungsinserate ausgewertet, die 2026 die meisten Anfragen erhielten und mit 2025 verglichen. Nicht unspannend: der Durchschnittspreis stieg von 818 Euro auf 859 Euro. In der Umfrage sprechen sich überraschenderweise 6 von 10 Befragten für die Beibehaltung befristeter Mieten aus, bei den Mietenden sind klarerweise 40% für eine Abschaffung.
>> Presseaussendung „ImmoScout24-Datenanalyse: Meistgesuchte Wohnungen 2026 liegen bei 860 Euro Miete“ >> Presseaussendung „ImmoScout24-Umfrage: Mehrheit für Beibehaltung befristeter Mieten“ - Die Halbjahresanalyse von Immounited zu den Verbücherungen im Grundbuch zeigt mit 65.290 Kaufverträgen ein Plus von satten 19% gegenüber dem Vorjahr, im Juni lag das Plus gar bei 40%. Mögliche Vorzieheffekte aufgrund des Auslaufens der Grundbuchgebührenbefreiung bleiben nicht unerwähnt. Im Mai gab es sogar ein Minus von 8% zu berichten. Insofern teilen wir den Schluss in der Headline nicht.
>> Presseaussendung „IMMOunited-Halbjahresanalyse zeigt: Österreichs Immobilienmarkt gewinnt weiter an Fahrt“ - Die Berater von EY haben eine modellbasierte Einschätzung zur Entwicklung der österreichischen Bauwirtschaft gewagt. Demnach sinkt das Bauvolumen auf 51,7 Mrd. Euro, das Neubauvolumen im Hochbau von 35,4 Mrd. Euro im Jahr 2021 auf 27,9 Mrd. Euro im Jahr 2025 (real -5,8% pro Jahr), immerhin dürfte es 2026 um 0,6 Prozent leicht wachsen.
>> hier ohne Dateneingabe zur „Bauprognose Österreich 2026“ - Kollege Gregor Pfeiffer vom Immokalkulator stellt nach dem Bericht zum Neubaugeschehen letztes Monat nun auch seinen Bericht für das Q2 2026 zum Wiener Wohnungsmarkt online. Echt schwierig: Es werden Bruttokaufpreise statt Nettokaufpreise (diese lägen angeblich bei 93% derselbigen) in Grafiken und sogar ein „Verhandlungserfolg“ ausgewiesen, differenziert nach Bauperiode („Altbauwohnungen“ / „ältere Neubauwohnungen“ vor 2020 / „jüngere Neubauwohnungen“) sowie nach inneren und äußeren Wiener Gemeindebezirken. Durchschnittliche Mietpreise von nur 15,60 Euro/m² in den inneren Bezirken für Wohnungen ab 2020 sieht man aber wohl nur in seiner Grafik. Beim Transaktionsvolumen wird die Anzahl der Wohnungskäufe für das Q2 2026 auf 3.500 Kaufverträge hochgeschätzt, bei 1.601 bereits verbücherten Transaktionen und somit 60% mehr als im Vorjahresquartal. Wo wir definitiv übereinstimmen: „Eine Prognose für das Gesamtjahr 2026 ist immer noch mit großen Unsicherheiten behaftet, da die Dimension der Vorzieheffekte aufgrund der per 30.06.2026 ausgelaufenen Befreiung der Grundbuchgebühren für das erste Eigenheim noch nicht messbar ist.“
>> zum Blogbeitrag „Der Wiener Wohnungsmarkt Q2 2026: Preise & Trends“ - Die hochseriöse ÖROK – Österreichische Raumordnungskonferenz hat ihren Atlas in den Themen Erwerbspotential und Erwerbsstruktur, Entwicklung der Haushalte sowie ÖV-Güteklassen aktualisiert. Spannend und schön anzusehen sind etwa die Veränderung der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort sowie am Arbeitsort nach Bezirken aus der abgestimmten Erwerbsstatistik der Statistik Austria (auch als csv-Download). Oder natürlich auch das Thema „Bauen und Wohnen“, ebenfalls im Juli zuletzt aktualisiert. Hier (und wohl nur hier) findet sich zB die Veränderung der Wohnungen ohne Hauptwohnsitzabgabe nach Gemeinden (=Zweitwohnsitze).
>> ÖROK-Atlas Erwerbspotenzial und -struktur >> ÖROK-Atlas Bauen und Wohnen - Wer angesichts der Rekordtemperaturen Wohnungsmieten in anderen europäischen Regionen in Betracht zieht, dem sei der Rundblick in einige europäische Wohnungsmärkte der bulwiengesa GmbH im Auftrag der Berlin Hyp empfohlen: Demnach steigen praktisch überall die Mieten deutlich und es herrscht Wohnraumknappheit. Während das deutsche Mietpreisniveau (etwa mit 20 Euro/m² in Berlin für einen Erstbezug) abgesehen von München noch an heimatliche Gefilde erinnert, ist man in Warschau auch schon bei 18,60 Euro im Schnitt, in Madrid bei 21,80 Euro, in Amsterdam bei 27 Euro (plus 10 Euro seit 2020), in Paris bei 32 Euro und in London/Westminster gar bei 55 Euro pro m².
>> Kurzstudie: Wohnen in Europa - Regulierung und Marktentwicklung
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