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Steuert Österreich auf eine Wohnungsnot zu?

Diese Frage stand im Mittelpunkt der zweiten Ausgabe des Immo Club Quadrat. Matthias Grosse hat mit Isabella Stickler (Vertreterin Gemeinnützige) und Hans Jörg Ulreich (Vertreter Gewerbliche) zum Thema Wohnungsnot mitdiskutiert. Der Konsens: Ein differenzierter Blick auf Daten, Marktsegmente und langfristige Lösungen ist entscheidend.

Zur Versachlichung der Dikussion - manchmal im Spannungsfeld zwischen gewerblichen und gemeinnützigen Bauträgern, meist im Konsens - haben wir möglichst prägnante Zahlen parat gehabt:

  • bevölkerungsinduzierte Nachfrage in Form von Haushaltszuwachs
    • in Wien waren es 2022 +16.500 Haushalte, 2025 +10.200 Haushalte
    • Tendenz abnehmend, die ÖROK-Prognose liegt bei rund der Hälfte
    •  in Österreich 2025 +28.000 Haushalte
  • Angebotszuwachs in Form von Fertigstellungen
    • in Wien 2022 rund 15.200 Wohneinheiten, 2025 nur noch 8.500 Wohneinheiten
    • der Bedarf liegt langfristig bei rund 12.000 Wohneinheiten pro Jahr
    • in Österreich 2022 rund 43.000 Wohneinheiten, 2025 nur noch 24.000 Wohneinheiten
    • davon Gemeinnützige 11.900 somit rund 40%, in Wien 3.500
    • Baubewilligungen: in Wien auch rund 8.300 Wohnungen, aber zusätzlich 4.000 aus An-/Aufbauten.
  • Angebot pro Jahr
    • in Wien Miete 2020 130.000 Wohnungen, 2025 nur noch 60.000
    • in Wien im Eigentum 2022 80.000 Wohnungen, 2025 fast 60.000
  • Angebot am Markt auf Immobilienplattformen zu einem Stichtag
    • in Wien Miete im Juni 2026 5.000 Wohnungen, noch im November 2025 waren es 8.000 Mietwohnungen
    • in Wien im Eigentum rund 20.000 Wohnungen, davon die Hälfte Bauträgerwohnungen
    • rund 10.000 Wohnungen werden verkauft (Absorptionsrate = 2 Jahre), davon aber nur 2.500 von Bauträgern (4 Jahre Absorptionsrate)
  • Preise (im Vergleich zu 2015):
    • Wien Sekundärmarkt: 140% im Bereich des VPI
    • im Jahr 2022 war Preis schon bei 150%
    • Wien Bauträgerwohnung: 170%, seit 2022 konstant

Hier geht*s zum gesamten Videomitschnitt (1:13h)

Image
Diskussion im Immoclubquadrat

Conclusio:

Ja, wir befinden uns in der Marktphase, in der die Fertigstellungszahlen markant zurückgehen.

  • Insbesondere gewerbliche Bauträger sind einem ausgeprägten Marktzyklus unterworfen.
  • Österreich ist in der glücklichen Lage, dass die Gemeinnützigen (bedingt) einen Ausgleich schaffen können.
  • Regulatorik und andere Einflussfaktoren (zB Zinsentwicklung) sind nur bedingt änderbar.

Jeder steht in seinem Segment vor sehr großen Herausforderungen, der Spagat für Bauträger ist enorm: Kosten, Qualität, Zeit

Es bleibt nur jeder und jedem Einzelnen zu danken, die sich hier zum Wohle der Gesellschaft betätigen.